In einem gestern veröffentlichten Longread zeigt das Wired Magazine mit anschaulichen Beispielen, wie leicht E‑Mail-Tracking funktioniert. Mit Online-Inhalten, die in die Mails eingebunden werden, verrät der Empfänger der E‑Mail nicht nur, wann er die E‑Mail öffnet, sondern auch seine IP-Adresse und damit seinen ungefähren Standort. Auch welches Gerät er zum Lesen der E‑Mail nutzt, wird für den Tracker sichtbar.
Möglich machen das vor allem sogenannte Tracking-Pixel. Diese transparenten Bilddateien, die oft nur 1x1 Pixel klein sind, sind in der E‑Mail gar nicht sichtbar, müssen aber von externen Servern geladen werden.
Soweit dürfte das für die meisten keine Überraschung sein: Tracker dieser Art werden seit Jahren vielfältig eingesetzt, vor allem von Spam- und Werbesendern, die damit überprüfen, ob die erreichten Mailkonten überhaupt genutzt werden. Wired verdeutlicht darüber hinaus aber, dass fast jede fünfte private Mail mittlerweile getrackt würde. Browser-Addons ermöglichen es auch Laien, an dieser zweifelhaften Praxis teilzunehmen.
Was im Artikel leider unter den Tisch fiel, hier aber nicht vorenthalten werden soll: Man kann sich sehr leicht gegen diese Art des Trackings wehren. Bessere Mailanbieter blockieren standardmäßig jegliche externen Inhalte, das gleiche gilt für manche E‑Mail-Clients wie Mozilla Thunderbird. Wer ganz sicher gehen will, lässt sich Mails nur als reinen Text anzeigen.
